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Herr über Leben und Tod.
Fast jeder Mensch auf der Welt würde gern darüber entscheiden, wer stirbt und wer lebt; würde gern ein Veto einlegen, wenn jemand stirbt. Wer von uns würde nicht gern jemanden zurück haben, der von einem ging?
Johannes Cabal hat es geschafft. Seinem Ziel, ein Totenbeschwörer zu werden und somit Tote wieder zum Leben zu erwecken, kam er näher als je zuvor, als er dem Teufel für die Geheimnisse der Necromantie, seine Seele verkaufte.
Und es nervt ihn.
Denn wenn es ein Geschöpf gibt, mit dem man keine Geschäfte machen sollte, dann ist es wohl der Teufel. Ein Leben ohne Seele ist schlimm. Ein Leben ohne Seele und hirnlosen Untoten an seiner Seite ist nervtötend.
Also bleibt Johannes Cabal nur eine Möglichkeit: Er braucht seine Seele wieder. Vom Teufel. Und der wettet gern…

Ein ungewöhnlicher Wettlauf mit der Zeit, ein unfairer Gegner und ein unkonventioneller Jahrmarkt. So lässt sich „Johannes Cabal – Seelenfänger“ von Jonathan L. Howard wohl am besten beschreiben.
Trotz des eher düsteren Themas schafft Howard es, Humor und Charme in eine Welt zu bringen, wie sie trister nicht sein kann. Dabei ist die Hauptfigur – Johannes Cabal – unfreiwillig witzig und trotz seiner eher fragwürdigen Vorgehensweisen und Motivationen durchaus sympathisch und liebenswürdig gelungen.
Howard scheinen während des Schreibens Unmengen von schrägen Ideen im Kopf herum geschwirrt zu sein. Denn es folgt eine absurde Situation auf die andere – im guten, wie im schlechten Sinne.
Mag man anfangs noch positiv überrascht sein von der Fülle seiner Ideen, wird man bald darauf nahezu von Kuriositäten erschlagen. Das Buch wirkt wie eine Sammlung von Kurzgeschichten um die Hauptfigur, die nun zu einem großen Ganzen zusammengefasst wurden.
Nichts desto trotz ist der Roman ein guter geworden. Mit einer Mischung aus Terry Pratchett, Lovecraft und Derek Landy bringt einen die Geschichte des Antihelden Cabal mehr als nur ein paar mal zum Schmunzeln und Lachen. Mit jeder Menge Witz und Geschick baut Howard hier und dort Anspielungen ein, die nur Fans des jeweiligen Themas verstehen. Und das meine ich nicht negativ. Denn man fühlt sich verbündet mit dem Autor. Und so versteht man, was das Buch wirklich ist: ein Sammelsorium verschiedener komischer Ideen, freilich. Aber vor allem ein Tribut eines Fans an seine Vorbilder.

„Johannes Cabal – Seelenfänger“ ist ein Buch, dass man nicht zu ernst nehmen darf. Es entführt einen in eine schräge Welt, die nur ansatzweise mit unserer übereinstimmt oder sie hier und dort mal streift. Es erbaut sich, wie Pratchetts und R. Rankins Werke seine eigene Realität, in der alles zwar total verrückt, aber in sich doch schlüssig wirkt.
Cabal, der unfreiwillige Held der Geschichte, ist hierin noch der normalste und genau deshalb ein Außenseiter, der dem Leser, trotz all seiner Macken sofort sympathisch ist.

Für Fans des kuriosen und oft auch schwarzen Humors ist das Buch ganz sicher eine Empfehlung. Neulinge im Genre könnten sich vielleicht eher schwer tun, damit richtig warm zu werden. Aber ist das gelungen, macht es Spaß zu lesen, wie bürokratisch doch die Hölle sein kann…

Bewertung: 4/5

One Response to “Rezension: "Johannes Cabal – Seelenfänger"”

  1. Cara sagt:

    Die Bürokratie in der Vorhölle war für mich ein ganz besonderes Schmankerl: ich bin selber Buchhalterin in einer Bank XD

    Ich habs aber nicht als eine Sammlung von Kurzgeschichten sondern schon als ein Großes-Ganzes empfunden. Da sieht man wieder mal, wie unterschliedlich man einen Roman auffassen kann…

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