Feed on
Posts
Comments

Ich gebe zu: „Das Buch ohne Namen“ (DBoN) habe ich nicht auf eine Empfehlung hin gelesen. Es war auch keine Rezension. Nein. Ich bin hier schlicht und einfach dem Marketing vom Verläger Bastei Lübbe verfallen.
Ein Einband, der nach altem Leder aussieht. Ein Buch, das vermeintlich keinen Namen hat und die Tatsache, dass einem, nachdem man es gelesen hat, der Tod ereilen wird.
Hörte sich einfach definitiv nach einem Buch für mich an.
Und dann wurde ja auch noch im Klappentext damit geworben, dass es eine Mischung aus Pratchett und Tarantino sei.

Obwohl ich auch zugeben muss, dass ich eher ein Thriller-Leser bin, den Tarantino-Stil nur von bewegten Bilder kenne und von all dem, was ich je gelesen habe, Robert Rankin das ist, was Pratchett am nächsten kommt.
Dennoch. Es klang einfach zu verlockend. Sah einfach zu verlockend aus.
An dieser Stelle also ein Lob an die Marketing-Abteilung von Bastei Lübbe.

Puh… Wo soll ich nun anfangen?
Laut Literaturcafé ist DBoN ein Buch, das polarisiert. Und schaut man sich die Reaktionen darauf einmal an, dann kann man eigentlich nur zustimmen. Die einen zerreißen es in der Luft, weil der Autor einfallslos, platt und ungelenk schreiben soll. Und die anderen, meist Fans des Genres, loben es hoch.
Ehrlich gesagt polarisiert es mich aber nicht. Und das ist ein Problem. Denn ich kann nicht sagen, ob das Buch gut oder schlecht ist…
Ja. Eigentlich ist das meiste im Buch schon mal da gewesen. Und ja. Irgendwie sind die meisten Sprüche darin so platt, dass sie bequem unter der Tür durchpassen.
Aber was soll ich sagen – es passt. Wären die Sätze raffinierter, die Sprüche cooler oder die Situationen weniger typisch, wäre DBoN einfach nur ein Action-Buch, das nicht erreicht, was es erreichen will: Puren Trash.
Und das wäre schlecht. EDie Sache ist, wie bei dem Film „From Dusk Till Dawn“ – aus rein technischer Sicht sind Drehbuch und Umsetzung eher so mittel. Trotzdem ist der Film genial. Einfach deshalb, weil man sich den Film nicht anschaut, um Glorien des Storytellings zu sehen oder mal ‚nen guten Horror-Schocker. Man schaut den Film, weil man sehen will, wie Vampire in einer Rockerkneipe auf’n Sack bekommen. Oder weil man die junge Salma Hayek in Bikini angaffen will. Oder – für die Frauen – den jungen George Clooney als Bad Boy anschmachten will.
Liest man also DBoN unter falschen Erwartungen und will man einen spannenden Roman, der eine intelligente Story und tiefgründige Charaktere bietet, dann kann ich verstehen, warum das Buch nach dem Lesen buchstäblich zerrissen wird.
Doch das will DBoN ja gar nicht sein. Die Story ist hier Mittel zum Zweck um einfach mal etwas leichte Kost und coolen Trash zu bieten. Dicke Shoot Outs, fette Martial Arts und platte One Liner sind Programm und so gewollt. Anschließend dann bitte mit einer Tankladung Splatter garniert. Wer das will und mag, wird mit DBoN voll und ganz bedient. Und das sind dann wohl auch die Fans, die es so hoch loben. Denn eines muss man DBoN lassen – es hält, was es verspricht. Absurder hätte ein Pratchett es nicht schreiben können. Wenn auch raffinierter. Und absurd-blutiger hätte ein Tarantino es nicht gestalten können. Wenn auch gekonnter platziert.
DBoN ist kein Meisterwerk. Das wollte es nie sein. Aber es ist leichte Unterhaltung für Zwischendurch. Und das wollte es.
In dem Sinne: Ziel erreicht.

Ich war gut unterhalten. Habe gut gelacht und mich über jeden One Liner gefreut.
Ich fand die Quotenmönche cool, die total weltfremd waren, aber (fast) jeden verprügeln konnten und muss sagen, dass ich bis kurz vor Ende den Ausgang SO nicht hätte voraussagen können.

„Das Buch ohne Namen“ polarisiert mich nicht auf ein „Gut“ oder „Schlecht“. Im Gegenteil. Es hat von beidem etwas. Je nachdem, wovon man mehr haben will und erwartet.
So lässt es mich immer wieder schwanken und seinen Kritikern, wie seinen Liebhabern zustimmen.
Nimmt man es aber genau, ist es fair zu jenen, die Lesen wollen, was im Rückentext steht: Kuriose Situationen, Action und Humor.
Nur Salma Hayek gibt es nicht…

Und so bekommt es keine glorreichen 4, aber faire 3 Punkte.

„Das Buch ohne Namen“ (Anonymus)
Taschenbuch, 448 Seiten
ISBN: 978-3785760109
Verleger: Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Lübbe Paperback)
Preis: 16.95 EUR
Direkt bestellen

3 Responses to “Rezension: Anonymus – "Das Buch ohne Namen"”

  1. […] This post was mentioned on Twitter by Christoph Thiele, Chris. Chris said: Neue Rezension: Anonymus – "Das Buch ohne Namen" aus dem @bastei_luebbe-Verlag: http://wp.me/pOS79-32 […]

  2. Hanna Julian sagt:

    Als ich es damals als Leseexemplar in die Hände bekam und zu lesen begann, war ich ebenso wie du von den Rätseln und der PR ums Buch gefesselt.
    Leider konnte es mich aus den von dir genannten Gründen dann aber doch nicht mitreißen und ich habe es nicht zu ende gelesen.
    Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch … mag sein.

  3. Franzi sagt:

    Ich fand dieses Buch einfach klasse! Ich bin süße 17 und habe es zu meinem 16ten Geburtstag bekommen. Ich fand den Titel klasse aber als ich dann gelesen habe, dass es sich um einen Stein handelt der verschwunden war, hab ich es in meinen Schrank gestellt. Irgendwann hatte ich dann nicht zu tun und es einfahc mal angefangen und ich könnte es nicht mehr weg legen! Ja, manche Sprüche sind platt aber wie gesagt, das soll so sein und macht das Buch einfach noch cooler. Ich habe mir sofort Das Buch ohne staben gekauft, was die Geschichte von bourbon Kid aufdeckt etc und es ist genauso spannend. Das Buch ohne Gnade ist auch schon bestellt ;)
    Und ich muss nochmal betonen : Ich bin keine Leseratte! Aber diese Bücherreihe ist Klasse!

Leave a Reply

%d Bloggern gefällt das: