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Tz… immer nur Rezensionen!
Irgendwann wird das auch mal langweilig. Dachte ich mir aus so. Also habe ich mir gedacht „Machste mal was anderes. Was tolles.“ Und so kam ich auf die Idee, ein Interview zu führen. Klar – als ehemaligem Chefredakteur der Schülerzeitung fällt einem sowas als erstes ein.
Als Interview-Partnerin war die wunderbare „Hanna Julian“ meine erste Wahl. Denn mit ihr verstehe ich mich über
Twitter
ganz besonders gut.
Und so war es mir eine Ehre, folgendes E-Mail-Interview mit ihr führen zu können. Viel Spaß!

LZ: Hallo Hanna!
Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst, mir ein kleines Interview zu geben!
Bitte stelle Dich doch kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?

HJ: Hallo Chris! Unter dem Namen Hanna Julian verfasse ich Texte, die hauptsächlich erotischer Natur sind. Ich wurde in Köln geboren, bin verheiratet und habe zwei Kinder.

LZ: Gleich mal die Standard-Frage vorweg: Kann man davon leben? ;) Oder machst Du beruflich noch etwas anderes?

HJ: *lach* Nein, leider kann ich davon nicht leben. Allerdings habe ich das Glück, dass ich beruflich schon immer mit dem Schreiben zu tun hatte.  Man könnte also sagen, dass es sich bei mir immer ums Lesen und Schreiben dreht und so gesehen, verdiene ich damit also tatsächlich schon lange mein Geld.

LZ: Du benutzt ein Pseudonym: „Hanna Julian“ – Das ist heute nicht mehr sehr üblich. Warum machst Du das?

HJ: Bei erotischen Texten ist es durchaus nicht unüblich und wird auch von den Verlagen so angeboten. Für mich ist es eine klare Trennung zwischen den unterschiedlichen Genres, in denen ich schreibe. Ich fühle mich inzwischen sehr wohl als Hanna. Sie ist zu einem Teil von mir geworden, den ich nicht mehr missen möchte.

LZ: Und nutzt Du das Pseudonym bei all deinen Werken?

HJ: Nein, Hanna ist vor allem den erotischen Werken vorbehalten.

LZ: Du schreibst vor allem homoerotische Romane wie kam es dazu, dass Du Dich diesem eher speziellen Genre gewidmet hast?

HJ: Das war eine Entwicklung, die wohl von verschiedenen Seiten ausging. Es gab unter anderem immer wieder Szenen in Filmen oder Büchern, die mich besonders angesprochen haben. Es geht hier durchaus nicht nur um den erotischen Anteil, sondern um gleichgeschlechtliche Liebe im Allgemeinen. Dabei macht für mich der Reiz vor allem die Beziehung unter homosexuellen Männern aus, der ich mich schreiberisch gerne annähern wollte. Ich begann an verschiedenen Stellen darüber zu schreiben und merkte, dass es mir Freude bereitete. Und diese Freude möchte ich gerne an meine Leser weitergeben. Ich verlange von niemandem, nur weil er mein anderes Schreiben schätzt, sich zwangsläufig auch mit meinen homosexuellen Themen – sei es zwischen Männern oder Frauen – widmen zu müssen. Aber diejenigen, die es nicht tun, verpassen natürlich einige sehr erotische und wichtige Momente.

LZ: Aber das ist nicht das einzige Genre, das Du bedienst. Was schreibst Du noch?

HJ: Die Frage ist wohl eher, was ich nicht schreibe.  Meine Geschichten reichen von Kinderliteratur über Texte in klassischer Sprache, bis hin zu Parodien, Psychothrillern und Horrorgeschichten. Es gibt nur wenig, was mich schreiberisch nicht beschäftigt.

LZ: Für alle, die jetzt so neugierig sind, wie ich: Wo erschienen und erscheinen deine Werke; wo bekommen wir sie her?

HJ: Meine erotischen eBooks sind beim Club der Sinne erschienen. Eine homoerotische Kurzgeschichte, sowie mein in Kürze erscheinender homoerotischer Liebesroman „Wie im Film“ erscheinen bei dead soft.

LZ: Und woran scheibst Du gerade?

HJ: Gerade abgeschlossen habe ich eine neue erotische Geschichte, die voraussichtlich als eBook erscheinen wird. Es geht es um eine Ménage à trois, mit dem Pairing Frau/Frau/Mann, von der ich hoffe, dass sie begeisterte Leser findet.

Mein langfristiges Projekt ist ein Vampir-Roman, der im Moment gut voranschreitet. Mein zynischer Protagonist erzählt dem Leser seine Geschichte, die dafür sorgt, dass sich einem so manches Mal die Nackenhaare aufstellen. Es ist keine romantische Geschichte und doch gibt es viele Untertöne bei meinem Vampir zu entdecken, die den Leser hoffentlich nicht kalt lassen. Diese Geschichte hat keinen Schwerpunkt auf der Erotik oder Dark Romantic, sie geht eher ins Thrillergenre.

Zudem schreibe ich gerade an einer Science-Fiction-Gay-Geschichte. Sie enthält sowohl  humoristische, als auch Thrillerelemente. Die Mischung macht’s hier. Kennst Du das Gefühl, wenn Dir als Leser das Lachen plötzlich im Halse stecken bleibt? Ich denke, es wird einige Stellen in der Geschichte geben, in der genau das passiert.

Es gibt noch mehr Projekte, an denen ich arbeite, aber ich denke, das sollte erstmal reichen. Den Rest machen wir dann im nächsten Interview. *lach*

LZ: Hört sich interessant an. Gerade deine Vampirgeschichte interessiert mich persönlich besonders. :)
Okay. Wir wissen jetzt, was Du schreibst. Aber für Lokuszeit ist natürlich auch ein anderer Aspekt sehr interessant: Was liest Du? Liest Du auch andere, erotische Geschichten?

HJ: Ich lese nicht unbedingt primär erotische Geschichten. Natürlich war die ein oder andere dabei, aber ich lese hauptsächlich querbeet.

LZ: Zum Beispiel?

HJ: Ich lese Krimis, Horror, Thriller, Familiensagas, Science Fiction, Klassiker, historische Romane, eigentlich so ziemlich alles außer den typischen Frauenromanen. Mit denen kann ich leider meist nur sehr wenig anfangen.

LZ: *lach* Das macht dich mir gleich noch ein wenig sympathischer. :D
Hast Du eigentlich literarische Vorbilder und/oder Lieblingsautoren?

HJ: Direkte Vorbilder habe ich nicht. Vermutlich weil ich zu einem sehr frühen Zeitpunkt angefangen habe, Geschichten zu schreiben. Damals  habe nicht darüber nachgedacht, ob es Vorbilder für mich geben könnte, sondern einfach drauflos geschrieben. Der eigene Stil entwickelt sich natürlich ständig,  zumindest wenn man bereit ist, etwas zu lernen und neu umzusetzen. Es sind die immer neuen Herausforderungen, die mich reizen und die mich dazu ermuntern, an mir selbst zu wachsen. Das finde ich richtig und sinnvoll – auf jeden Fall sinnvoller, als sich vorzunehmen, zu schreiben wie Autor x oder y.

Aber natürlich habe ich eine ganze Reihe von Lieblingsautoren. Aufgrund der breiten Sparte meiner literarischen Interessen sind auch meine bevorzugten Autoren sehr unterschiedlicher Natur. Ich mag  gerne ein paar aufzählen. Die Reihenfolge sollte man allerdings nicht werten.

Da wären zum einen Autoren wie Leon de Winter und Martin Suter. Ich liebe sowohl die Komödien als auch die Dramen von Shakespeare und andere Klassiker. Ich lese Frank Schätzing und verschlinge die Bücher von Preston/Child. Ich mag die Thriller von Craig Russell und die älteren Werke von Elisabeth George und Minette Walters. Ebenso tauche ich ab in die Welt von Yasar Kemal, Knut Hamsun und natürlich in die bizarre Welt des Franz Kafka. Früher habe ich viel Stephen King gelesen und schätze noch heute seine Kunst, das Grauen in die normale Welt schleichen zu lassen.  Ich liebe die Stadtgeschichten-Reihe von Armistead Maupin, der mir seine Charaktere so nahe gebracht hat, dass ich sie nach dem letzten Band nur schwer gehen lassen konnte. Ich besitze zwei Regalreihen voller Star Trek Bücher.  Außerdem schäme ich mich nicht zu sagen, dass auch Disneys Taschenbücher bei mir zum Lesestoff gehören. Ebenso eine ganze Reihe von Kinderbüchern, wie zum Beispiel Anne auf Green Gables plus Nachfolgebände.

Ich denke, ich sollte hier mal Schluss machen. *lach*

LZ: Danke für diese ausführliche Antwort. *gins* Okay, also weiter. :D
Welchen Hobbys frönst Du außerdem?

HJ: Ich fotografiere leidenschaftlich gerne. Und das lässt sich schön mit Spaziergängen verbinden, die zwar nicht unbedingt unter Hobby fallen, aber die eben zu dem gehören, was ich gerne mache. Durch Wälder zu streifen deklariere ich jetzt einfach mal zum Hobby. J Außerdem höre ich gerne Musik und ab und zu zeichne ich.

LZ: Was hältst Du – als Autorin – von Audiobüchern? Segen oder Fluch für die Leserschaft?

HJ: Ich würde es weder unbedingt als das eine, noch als das andere bezeichnen. Es ist sicher eine feine Sache, dass man Romane auch hörend konsumieren kann. Das hat durchaus Vorteile. Zum Beispiel weil man auch in andere Welten abtauchen kann, wenn man nicht gerade die Möglichkeit hat, ein Buch in den Händen zu halten – oder wenn man es eben auch gar nicht möchte. Ich selbst höre eher selten Audiobooks. Ich glaube, mein letztes war Dantes Göttliche Komödie.  An und für sich gehöre ich allerdings zu den Menschen, die lieber ein Buch in den Händen halten. Ich bin ein Genussleser – manchmal lese ich Passagen zweimal oder dreimal, ich fühle gerne das Papier und genieße das Gefühl, ein wirklich gutes Buch nach dem Lesen zuzuklappen und mich dadurch von ihm zu verabschieden. Ich glaube, meine Verbindung zu Büchern ist ein wenig sinnlicher Natur. *lach*
(Anm. d. A.: Dem kann ich mich nur anschließen! :) )

LZ: Und angenommen irgendeine Deiner Geschichten würde als Audiobuch gesprochen werden – welches sollte es sein und wer wäre Dir als SprecherIn am liebsten?

HJ: Ich habe neulich eine Reihe von Kurzgeschichten beendet. Einen Teil davon habe ich selbst gesprochen, sozusagen probeweise, ob mir eine vertonte Umsetzung gefallen würde. Ja, würde es, habe ich erkannt. Das soll jetzt allerdings nicht heißen, dass ich sie ernsthaft selbst sprechen wollte. Wer es tun sollte, wenn ich einen Wunsch frei hätte, weiß ich allerdings wirklich nicht. Auf jeden Fall bevorzuge ich dunkle Stimmen, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Das grenzt die Sache ja nun ungemein ein, nicht wahr? *lach*

LZ: Hehe! Da ließe sich sicher jemand finden. ;) Möchtest Du noch etwas an Deine Leser und potenziellen Neuleser loswerden?

HJ: Ja, das möchte ich. Das eine ist ein Wunsch, das andere eine Warnung. Nein, war nur ein Scherz … obwohl … doch, so in etwa stimmt das sogar. Mein Wunsch ist es, dass sich meine Leser gutunterhalten fühlen, sie mir, beziehungsweise meinen Protagonisten folgen möchten und sie so ins Herz schließen, wie ich es beim Schreiben tue. Meine Warnung ist die, dass ich mich nur schlecht auf ein spezielles Genre festlegen lasse. Selbst bei den erotischen Romanen ist es mir wichtig, einen Hintergrund zu entwickeln, die Figuren echt wirken zu lassen, und vor allem nicht langweilig zu werden. Das führt allerdings dazu, dass man sich als Leser darauf einlassen muss. Ich schreibe nur selten über unkomplizierte Charaktere und heimelige Handlungen. Ich vermeide in diesem Genre natürlich Gratwanderungen, die hier einfach nicht hergehören, aber wenn man meine Werke liest, kann man durchaus über die ein oder andere stolpern. Ich mag es eben manchmal unbequem.

Wer sich gerne über meine Projekte auf dem Laufenden halten möchte, kann mich auf http://hannajulian.jimdo.com/ besuchen. Wenn es etwas Neues von mir gibt, erfährt man es für gewöhnlich als erstes dort. Natürlich freue ich mich auch über Twitterkontakte, unter http://twitter.com/HannaJulian kann man mich dort finden.

LZ: Falls es noch Fragen in den Comments geben sollte – wärst Du bereit sie zu beantworten?

HJ: Grundsätzlich wäre ich das. Sofern meine Zeit es zulässt, werde ich mich bemühen.

LZ: Das freut die Leser sicher sehr.
Vielen Dank, für Deine Antworten! Ich weiß, dass Du nicht gerne interviewt wirst. ;)
Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Werken und noch viel, viel mehr Leser! :D

HJ: Ich hab’s schon überstanden? *lach* Na, das war ja halb so schlimm! Hat Spaß mit Dir gemacht.
Ich danke Dir für dieses angenehme Interview.

Wer nun Interesse an Hana Julians Werken gefunden hat, der findet die Links alle im Interview. Mir war es eine Freude, das Interview führen zu können. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle. Folgt der Hanna bei Twitter! Ihr werdet es nicht bereuen.
Wie ihr gelesen habt, wäre sie auch bereit, weitere Fragen von euch zu beantworten. Also: Ziemt euch nicht und stellt in den Comment eure Fragen! :)

3 Responses to “Mal was anderes: Ein Interview mit der wunderbaren Hanna Julian”

  1. […] This post was mentioned on Twitter by Christoph Thiele. Christoph Thiele said: RT @Lokuszeit: Mal was anderes: Ein #Interview mit der wunderbaren @HannaJulian: http://wp.me/pOS79-2O […]

  2. Melli sagt:

    Die Vampirgeschichte würde mich auch interessieren :D

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